Menschliches Miteinander braucht Tiefe und intensiv gefühlten Kontakt. Das Bedürfnis nach erfüllender Begegnung und Intimität besteht in jedem Menschen. Die Sehnsucht nach Verbindung zu unserem tiefsten Sein kann nicht auf Dauer verleugnet werden. Traumaheilung befreit uns zu tiefem Kontakt mit uns selbst und zu erfüllenden Beziehungen zu anderen Menschen, in denen keiner gibt und trotzdem jeder bekommt.
Aber - sind wir ausgebildet und erfahren in dem Maß an Behutsamkeit, Achtsamkeit und Langsamkeit, die es braucht um in unseren Begegnungen Heilung und gefühlte Präsenz zu erleben? Können wir ein Maß von Authentizität entstehen lassen, dass unsere Isolation, Misstrauen, Angst, Scham oder Überanpassung auch uns selbst gegenüber überwindet? Wie blockieren Traumata den Kontakt zu uns selbst und unserer Umwelt? Warum nehmen wir Traumata als solche oft nicht wahr und was wird gebraucht für die Überwindung traumageprägter, somatischer, emotionaler oder kognitiver Regulationsmuster?
In diesem methodenintegrativen Traumatraining werden wir uns mit dem Entstehen von Gesundheit, Entwicklungstraumata und Schocktraumata beschäftigen. Wir werden sehen, wie Traumata uns verändern und welche Wahrnehmungsorientierungen und Kontaktqualität uns bei der Traumalösung helfen. Es wird darum gehen, wie wir dysregulierten inneren Zuständen in uns selbst und in Klienten begegnen können und uns von uns selbst und anderen „gefühlt fühlen“ können. Wir lernen Phänomene und Steuerungsmöglichkeiten autonomer (Selbst-)Regulation im Nervensystem kennen. Neue Kontaktmöglichkeiten zeigen sich und es öffnen sich neue Dimensionen von Lebensqualität und Teilhabe.
Dieses Training wird nicht nur neue Möglichkeiten zur therapeutischen Werkzeugkiste hinzufügen, sondern auch die inneren Möglichkeiten von Selbstregulation und therapeutischer Wahrnehmung erweitern. Die Einbeziehung von Körperlichkeit, Achtsamkeitsübungen und Aufmerksamkeitsschulung, sowie die Integration von Erkenntnissen aus der interpersonellen Neurobiologie, Bindungstheorie, (Selbst-)Regulationstheorien, Epigenetik, Neuropsychologie, Bewußtseinsforschung und Resakralisierungsansätzen ergänzen das Fortbildungsprogramm.
Als Besonderheit legt diese Fortbildung einen klaren Focus auf die Selbstregulation der Behandler als Basis für alle Interventionen am Klienten, da die Wirksamkeit von Interventionen vom inneren Zustand der Behandler abhängt.
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